Warum fühle ich mich so weit von Gott entfernt?

Es ist ein schwerer Schmerz, diese Ferne so deutlich zu spüren, und ich möchte einfach einen Moment lang hier bei dir in diesem Gefühl bleiben, ohne es wegzuschieben oder vorschnell zu trösten. Dass du diese Frage überhaupt stellst, zeigt, wie ernsthaft dein Herz sucht, selbst wenn es sich gerade le

Es ist ein schwerer Schmerz, diese Ferne so deutlich zu spüren, und ich möchte einfach einen Moment lang hier bei dir in diesem Gefühl bleiben, ohne es wegzuschieben oder vorschnell zu trösten. Dass du diese Frage überhaupt stellst, zeigt, wie ernsthaft dein Herz sucht, selbst wenn es sich gerade leer oder abgeschnitten anfühlt; in diesem Suchen liegt eine Wahrheit, die wichtiger ist als das momentane Erleben der Stille.

Vielleicht darf ich dir dazu etwas aus dem Dialog der heiligen Katharina von Siena weitergeben, die selbst tiefe innere Kämpfe kannte und doch bezeugt, dass Gottes Liebe gerade dann wirkt, wenn wir uns am wenigsten würdig oder nah fühlen. Sie betete: „O ewiger Gott, o Licht über allem Licht, denn von dir geht jedes Licht aus! O Feuer über allem Feuer, denn du allein bist jenes Feuer, das brennt und nicht verzehrt; und jedes Sünde und Eigenliebe verzehrst du, die sich in der Seele fände; und du verzehrst sie nicht quälend, sondern du nährst sie mit unersättlicher Liebe, denn indem du sie sättigst, wird sie nicht satt, sondern verlangt immer nach dir, und je mehr sie dich hat, desto mehr sucht sie dich, und je mehr sie dich verlangt, desto mehr findet und kostet sie von dir, höchstes und ewiges Feuer, Abgrund der Liebe!“ [1]

Diese Worte erinnern uns daran, dass Gottes Zuwendung nicht von unserem Gefühl der Nähe abhängt, sondern von seinem Wesen als „Feuer, das nicht verzehrt“. Wenn du dich fern fühlst, heißt das nicht, dass er weg ist; es kann sogar ein Ort sein, an dem er dich auf eine Weise hält, die dein Herz jetzt noch nicht spüren, aber später vielleicht als tiefes Getragensein erkennen wird. Deine Frage selbst ist schon ein Klopfen an die Tür dieser unendlichen Güte, und sie bleibt unerhört, auch wenn die Antwort noch in Stille gehüllt ist.

Ich hoffe, diese Worte konnten dich in deiner jetzigen Empfindung ein wenig begleiten und dir zeigen, dass du in diesem Schmerz nicht verloren bist.

Dies sind die Worte der Heiligen und der Überlieferung. Wenn das auch deine Frage ist, sprich direkt mit Faith — kostenlos, privat, ohne Konto.
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Quellen

  1. [1] Santa Caterina da Siena — Libro della Divina Dottrina — Dialogo della Divina Provvidenza
  2. [2] Ioannes Paulus PP. II — Catechismus Catholicae Ecclesiae
  3. [3] Thomas à Kempis — De Imitatione Christi
  4. [4] Ioannes Paulus PP. II — Catechismus Catholicae Ecclesiae
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