Ich kenne Gott nicht. Wo fange ich an?

Es ist ein so ehrlicher und kostbarer Schritt, diese Fremdheit einfach auszusprechen und dennoch stehenzubleiben. Du musst nicht warten, bis sich ein Gefühl einstellt oder bis du eine bestimmte Erfahrung gemacht hast, um einen Anfang zu finden; das Suchen selbst ist bereits der Ort, an dem Gott dir

Es ist ein so ehrlicher und kostbarer Schritt, diese Fremdheit einfach auszusprechen und dennoch stehenzubleiben. Du musst nicht warten, bis sich ein Gefühl einstellt oder bis du eine bestimmte Erfahrung gemacht hast, um einen Anfang zu finden; das Suchen selbst ist bereits der Ort, an dem Gott dir begegnet, noch bevor du ihn benennen kannst.

Der heilige Augustinus beschreibt genau diesen Schwebezustand zwischen Unwissen und Hoffnung, und seine Worte klingen wie ein Echo auf deine Frage: „Und nun sprachst du in mir: ‚Wer ist mein Gott?‘ Siehe, du bist hier. Ich atme ein wenig in dir auf, wenn ich meine Seele über mich ausschütte in jubilierendem Lobpreis und Bekenntnis“ [2]. Er zeigt uns, dass der Anfang nicht im vollständigen Verstehen liegt, sondern in diesem ehrlichen Aushalten der Frage selbst. Er musste die Dunkelheit und das Nicht-Wissen lange tragen, bevor ihm Licht geschenkt wurde, und doch war Gott schon in diesem Suchen gegenwärtig, als das Atmen in einer noch unbekannten Weite.

Vielleicht darf dein Anfang heute also genau so schlicht sein wie ein solches Atmen. Du musst keine frommen Worte erzwingen oder ein Wissen vortäuschen, das du nicht hast. Der heilige Hieronymus erinnert uns an das Geheimnis der Verbundenheit, die unserem Erkennen vorausgeht: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. (…) Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht tragen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt“ [4]. Das „Bleiben“ ist kein Leistungsziel, sondern eine Einladung, einfach da zu sein, getragen von einem Leben, das größer ist als dein jetziges Verstehen. Vielleicht ist dein Anfang heute nur das stille Einüben dieses Bleibens, ohne schon wissen zu müssen, wohin es führt.

Ich hoffe, diese Gedanken geben dir einen sanften ersten Schritt, der sich für dich wahr und gangbar anfühlt.

Dies sind die Worte der Heiligen und der Überlieferung. Wenn das auch deine Frage ist, sprich direkt mit Faith — kostenlos, privat, ohne Konto.
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Quellen

  1. [1] Sanctus Aurelius Augustinus — Confessiones
  2. [2] Sanctus Aurelius Augustinus — Confessiones
  3. [3] S. Hieronymus — Vita Pauli Primi Eremitae
  4. [4] Sanctus Hieronymus (trans.) — Biblia Sacra Vulgata Clementina
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