Es ist nicht nur „in Ordnung", sondern es kann ein tiefer Ausdruck der Wahrheit und der Beziehung sein, wenn wir unsere Wut und unseren Schmerz vor Gott bringen, statt sie vor ihm zu verbergen. Der Heilige Augustinus beschreibt in seinen Bekenntnissen, wie Gott gerade dann nahe ist, wenn wir ihn am wenigsten spüren oder wenn unsere Wege schwer sind:
„Und siehe, du bist da in ihrem Herzen, im Herzen derer, die dich bekennen und sich in dich werfen und in deinem Schoß weinen nach ihren beschwerlichen Wegen. Und du löscht leicht ihre Tränen, und sie weinen noch mehr und freuen sich in den Tränen, denn du, Herr, nicht irgendein Mensch, Fleisch und Blut, sondern du, Herr, der du sie gemacht hast, baust sie wieder auf und tröstest sie." [4]
Vielleicht liegt in dieser Zusage eine Antwort, die dein Herz beruhigen kann: Gott fürchtet deinen Zorn nicht. Er ist kein zerbrechliches Gegenüber, das durch deine Ehrlichkeit verletzt oder beleidigt wird. Im Gegenteil, derjenige, der dich geschaffen hat, ist derselbe, der dich in genau diesem Sturm wieder aufrichtet und tröstet. Deine Wut muss nicht erst verschwinden, bevor du dich ihm nahen darfst; sie darf der Ort sein, an dem du ihm begegnest, denn er ist schon da, bevor du dich selbst überhaupt wiederfindest.
Ich hoffe, diese Worte geben dir ein wenig Raum und Frieden in dem, was du gerade durchlebst. Hat das deine Frage beantwortet?