Ich bin ohne Religion aufgewachsen. Wie fange ich an?

Es ist ein wunderbarer Anfang, dass du diese Frage überhaupt stellst, denn dein aufrichtiger Wunsch selbst ist bereits ein wesentlicher Schritt. Der Katechismus der Katholischen Kirche spricht genau zu dieser Suche nach dem Ursprung und macht Mut, dass dein Fragen kein Zeichen von Unwissenheit, sond

Es ist ein wunderbarer Anfang, dass du diese Frage überhaupt stellst, denn dein aufrichtiger Wunsch selbst ist bereits ein wesentlicher Schritt. Der Katechismus der Katholischen Kirche spricht genau zu dieser Suche nach dem Ursprung und macht Mut, dass dein Fragen kein Zeichen von Unwissenheit, sondern von tiefer menschlicher Bestimmung ist: „Die Katechese über die Schöpfung ist von höchster Bedeutung. Sie betrifft die Grundlagen des menschlichen und christlichen Lebens: Denn sie formuliert die Antwort des christlichen Glaubens auf die elementare Frage, die sich die Menschen aller Zeiten gestellt haben: ‚Woher kommen wir?‘ ‚Wohin gehen wir?‘ ‚Was ist unser Ursprung?‘ ‚Was ist unser Ziel?‘ ‚Woher kommt und wohin geht alles, was existiert?‘ Diese beiden Fragen, nach dem Ursprung und nach dem Ende, sind untrennbar. Sie sind entscheidend für den Sinn und die Orientierung unseres Lebens und unserer Handlungsweise“ [2]. Du musst also nicht erst alles wissen oder fühlen, bevor du anfängst; das Fragen selbst ist schon Teil des Weges, den Gott mit dir geht.

Ein ganz konkreter erster Schritt könnte sein, dich einfach mit dem vertraut zu machen, was die Kirche über diese großen Fragen lehrt, ohne dich sofort zu etwas verpflichten zu müssen. Dabei darfst du wissen, dass dein Hintergrund ohne Religion kein Defizit ist, sondern ein Ort, an dem deine eigene Wahrnehmung ernst genommen wird. Das Zweite Vatikanische Konzil drückt diese Wertschätzung für die ehrliche Suche jedes Menschen so aus: „Von alters her bis zur heutigen Zeit findet sich bei den verschiedenen Völkern eine gewisse Wahrnehmung jener verborgenen Macht, die dem Lauf der Dinge und den Ereignissen des menschlichen Lebens gegenwärtig ist, ja zuweilen sogar eine Anerkennung der höchsten Gottheit oder auch des Vaters. […] Die katholische Kirche verwirft nichts von alledem, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in vielem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, die aber dennoch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit widerspiegeln, die alle Menschen erleuchtet“ [1]. Deine bisherigen Erfahrungen und dein ehrliches Suchen werden von Gott nicht übergangen, sondern können der Boden sein, auf dem der Glaube wurzelt.

Wenn du bereit bist, diesen Weg nicht nur im Stillen, sondern in Verbindung mit anderen zu gehen, dann ist die Gemeinschaft der Glaubenden der Ort, an dem dieser Keim wachsen kann. Der Katechismus beschreibt den Glauben nie als rein private Leistung, sondern als etwas, das wir empfangen und teilen: „Die Taufe ist das Sakrament des Glaubens. Der Glaube bedarf jedoch der Gemeinschaft der Gläubigen. Nur im Glauben der Kirche kann jeder einzelne Christgläubige glauben. Der Glaube, der für die Taufe erforderlich ist, ist kein vollkommener und reifer Glaube, sondern ein Anfang, der dazu berufen ist, zu wachsen. Der Katechumene oder sein Pate wird gefragt: ‚Was erbittest du von der Kirche Gottes?‘ Und er antwortet: ‚Den Glauben!‘“ [3]. Du musst also nicht allein verstehen oder tragen, was Glaube ist; du kannst dich in diese Gemeinschaft hineinbegeben und dir den Glauben schenken lassen, Schritt für Schritt, genau so unvollkommen und offen, wie du gerade bist.

Vielleicht wäre es ein guter nächster Schritt, einfach einen katholischen Gottesdienst zu besuchen, ohne etwas tun oder sagen zu müssen, oder ein Gespräch mit einem Priester oder einem Glaubenskurs für Erwachsene zu suchen, wo genau solche Anfängerfragen willkommen sind. Ich hoffe, diese Gedanken geben dir eine Richtung und nehmen dir die Sorge, irgendwo „falsch“ anzufangen — war das hilfreich für dich?

Dies sind die Worte der Heiligen und der Überlieferung. Wenn das auch deine Frage ist, sprich direkt mit Faith — kostenlos, privat, ohne Konto.
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Quellen

  1. [1] Concilium Oecumenicum Vaticanum II — Nostra Aetate
  2. [2] Ioannes Paulus PP. II — Catechismus Catholicae Ecclesiae
  3. [3] Ioannes Paulus PP. II — Catechismus Catholicae Ecclesiae
  4. [4] A Vincentian Father (Dennis J. Downing, C.M.) — Vocations Explained: Matrimony, Virginity, the Religious State, and the Priesthood
  5. [5] A Vincentian Father (Dennis J. Downing, C.M.) — Vocations Explained: Matrimony, Virginity, the Religious State, and the Priesthood
  6. [6] Sanctus Hieronymus (trans.) — Biblia Sacra Vulgata Clementina
  7. [7] A Vincentian Father (Dennis J. Downing, C.M.) — Vocations Explained: Matrimony, Virginity, the Religious State, and the Priesthood
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